Zum Inhalt

Die Briefe von Gustav Lörzer

Brief 16a

Datum: Nicht bekannt [1]
Ort: Nicht bekannt

Liebes Frauchen!

Ich habe den Brief schon zugeklebt aber noch einmal geöffnet, weil ich folgendes vergessen habe: Gestern im Zug hörte ich, wie sich zwei Frauen über Kleiderkarten unterhielten. Danach haben die Gemeinden, in denen sie jetzt wohnen, die Ausgabe der Kleiderkarten ohne weiteres zugesagt, wenn die frühere Gemeinde die Kunden(?)karten übersendet. Ich werde also heute noch Neuhausen anrufen und Bescheid sagen, dass sie die Karten übersenden. Du gehst dann beim Bürgermeister nachfragen. Ist die Bescheinigung schon eingetroffen? Sonst verlangst Du die Ausgabe von Gut­scheinen bei der NSV. Die sollen sich nicht ...(?) euch hungern zu lassen, dann könnte ich aber doch so werden, wie die noch keinen kennen gelernt haben. Sag man Halina, sie soll da wo die Tür ist, und wo es immer zieht, einen Vorflur bauen. So etwas muss sich doch machen lassen. Braucht nichts Besonders sein, nur, dass der Zug abgehalten wird. Dann ist sie ein braves Mäd­chen. Willi habe ich gesagt, er soll zusehen, dass noch die restlichen 60 Zentner Koks angefahren werden.

Nun nochmals, mein liebes Frauchen, einen langen Kuss und dass Du, wenn dieser Brief an­kommt, schon alles Schwere hinter Dir haben mögest.

Dein Mann

Fussnoten

  1. Laut meinen Onkel Ulrich Lörzer, der all diese Briefe transkribiert hat, muss dieser undatierte Brief zwischen Brief 16 und Briefe 17 einzuordnen sein.