Die Briefe von Gustav Lörzer
Brief 29
Datum: 02. Dezember 1944
Ort: Heiligenbeil [1]
Mein liebes Frauchen!
Deinen lieben Brief vom 29.11. habe ich heute erhalten, recht vielen
Dank. Ich freue mich ja so, mein Puttichen, dass Du noch so
unternehmungslustig bist, und ich glaube, wenn es so ist, dann werde ich
Dich sicher nicht enttäuschen, dann werde ich sicher nicht kalt bleiben.
Freuen wir uns auf das Wiedersehen, Muttichen, ganz gleich wann dies
ist. Und Frau Mahnke wirtschaftet dann ja schön. Macht ja die Tür zu
deren Zimmer, damit ihr nicht [Gas]{.underline}vergiftung bekommt.
Übrigens hat Mahnke gestern von B (Berchtesgaden -- UL) angerufen. Er
hat seit Wochen keine Nachricht von (Zu-) Hause, was da wohl los wäre.
Ich sagte ihm, es sei alles in Ordnung und alle gesund und munter. Er
bestellte viele Grüße an seine Frau, die ich auszurichten versprach.
Also gib doch diese Grüße weiter. Ihm geht es noch immer gut. Mir sagte
er allerdings, dass sein Urlaub für Weihnachten noch gar nicht
feststünde.
An Itel habe ich geschrieben, dass sie, falls sie einmal auch aus
unserer Wohnung türmen müssten, die Betten und Matratzen aufgeben
sollen. Den Fliegerhorst Neuhausen habe ich gesprochen, Stabsintendant
Sinz (?) wird einige Kisten rüberschicken, dann werden L (Langankes --
UL) schon alles Nötige an Dich abschicken. Willi habe ich auch gebeten,
nachzusehen, ob sich der kl. Bücherschrank auseinandernehmen lässt,
falls ja, möchte er zusehen, ihn an Dich abzuschicken. Hoffen wir, dass
alles klappt.
Heute habe ich Geld von Dir bekommen, nun erhalte ich's doppelt. Aber
ich werde alles aufheben und es wieder zurückgeben.
Außerdem hatte ich heute erstmals Besuch durch einen meiner
Vorgesetzten, O. St. Int. (Oberstabsintendant -- UL) Fraberse (?) vom
Kommando Flughafenbereich Elbing. Es hat natürlich alles geklappt.
Heiligenbeil sooooo.(oder 100000?)
Heute Abend schreibe ich noch einen langen Brief.
Einen herzlichen Gruß und Kuss, mein liebes Frauchen von Deinem Gustav